Doppelflügel

Das Pleyel Double Grand Piano

ist eine Instrumentenrarität. Entwickelt im 19. Jahrhundert, wurden bis Anfang des 20. Jahrhunderts etwa 50 solcher Doppelflügel in der Pleyel-Klavierfabrik erzeugt. Heute gibt es weltweit nur mehr einige wenige Exemplare. Eines davon ist im Besitz des Klavierduo Egri & Pertis.

PLEYEL – ein Musiker, eine Marke

Im niederösterreichischen Ruppersthal im Weinviertel geboren, war Ignaz Pleyel (1757-1831) als universell begabter Musiker auch Schüler von Joseph Haydn. 1795 ließ sich Pleyel in Paris nieder und gründete dort einen Musikverlag und eine Klavierfabrik. Seinen großen Erfolg verdankte Pleyel der Qualität und dem besonderen Klang seiner Klaviere und seinen zahlreichen Innovationen und Erfindungen. Eine davon: der Pleyel Doppelflügel:
• 600 Kilogramm schwer
• 2,5 m lang
• und am beiden Enden des Instruments eine Tastatur.

Pleyel Doppelflügel

Einzigartige (Klang)Idee

Die Genialität dieser Konstruktion besteht darin, dass zwei Klaviere zwar denselben „Körper“, aber jeweils ein eigenes Saitensystem, eine eigene Mechanik und eigenes Pedal haben. Gussrahmen und Resonanzboden hingegen sind durchgängig und somit ein einheitlicher Teil beider Hälften. Jeder Ton, der erzeugt wird, erklingt im selben Raum, die Obertöne reichern einander an, so entsteht der unverwechselbare, warme, helle Klang dieses Instruments.

Rarität

Diesen Instrumententyp entwickelte die Firma Pleyel im 19. Jahrhundert, der letzte Doppelflügel verließ die Fabrik etwa 1930. Während der zwei Weltkriege wurden die meisten dieser Instrumente vernichtet. Heute existieren weltweit nur mehr einige wenige Pleyel-Doppelflügel. Ein Exemplar aus 1902 konnte das Klavierduo Egri & Pertis erwerben.

Verwendung

Dank seines hervorragenden Zustands ist dieser Pleyel Doppelflügel nach wie vor bespielbar und kann in den Konzertsälen präsentiert werden: zum Beispiel im Rahmen der Wiener Festwochen im Wiener Musikverein und bei vielen anderen Festivals. Den einzigartigen Klang des Flügels verewigte das Duo Egri & Pertis auf der „Pleyel Double Grand Series“ (5 CDs und 1 DVD). Diese Aufnahmen ließen auch die internationale Presse aufhorchen (Klassik Heute, American Record Guide, Répertoire, Classics Today, Piano Keybord, usw.).